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Förderung in Englisch: Warum Englischprobleme oft eine LRS verbergen

Wenn Kinder auf der weiterführenden Schule im Fach Englisch trotz fleißigen Vokabellernens plötzlich absacken, führt das in vielen Familien zu großer Ratlosigkeit. Die Ursache für schlechte Noten in der ersten Fremdsprache ist jedoch überraschend oft kein Mangel an Fleiß oder Begabung. Häufig stecken dahinter unentdeckte, nicht vollständig vollzogene Lernschritte in der Muttersprache. Wer grundlegende Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben auf Deutsch hat, spürt diese im Englischen umso deutlicher.

Erfahren Sie hier, welche besonderen Hürden die englische Sprache für Kinder mit einer Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) bereithält und wie eine gezielte pädagogische Förderung den Lernerfolg sichert:

Die Ursache: Warum Fremdsprachenprobleme oft im Deutschen wurzeln 

Die Tücke des Englischen: Gleiche Laute, völlig andere Schreibweise

Der Domino-Effekt: Wenn Englisch die Muttersprache zusätzlich verwirrt

Gezielte Hilfe: Warum klassische Englisch-Nachhilfe bei LRS scheitert

Häufige Fragen zur Englisch-Förderung im LOS (FAQ)

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Die Ursache – Warum Fremdsprachenprobleme oft im Deutschen wurzeln

Kinder mit einer LRS oder Legasthenie haben in den ersten Phasen des Schriftspracherwerbs das System der Laut-Buchstaben-Zuordnung im Deutschen nicht vollständig verinnerlicht und automatisiert. Beim Erlernen einer Fremdsprache prallt das Gehirn nun auf ein komplett neues, noch komplexeres Regelwerk.

Eine isolierte „Fremdsprachen-LRS“ gibt es biologisch und pädagogisch nicht. Die Schwäche betrifft die grundlegende Verarbeitung von Schriftsprache im Allgemeinen. Zeigen sich massive Probleme beim Lesen, Schreiben oder korrekten Abschreiben englischer Wörter, liegt die Wurzel fast immer in einer instabilen Basis im Deutschen.

Die Tücke des Englischen: Gleiche Laute, völlig andere Schreibweise

Das Englische gehört zu den am wenigsten lautgetreuen Sprachen der Welt. Obwohl das englische Alphabet nur 26 Buchstaben umfasst, gibt es etwa 44 verschiedene Laute. Für Kinder mit LRS, die ohnehin Probleme mit dem Wortbildgedächtnis haben, ist diese Vielfalt eine enorme Hürde:

  • Gleiche Aussprache, andere Schrift: Ein und derselbe Laut kann durch mehrere unterschiedliche Buchstabenkombinationen dargestellt werden. Beispiele hierfür sind Wörter wie great, straight, face, pain, eight, they, pray – der Vokal wird in all diesen Beispielen gleich gesprochen.
  • Der tückische „u“-Laut: Ein weiteres prägnantes Beispiel ist der deutsche Laut „u“. Er kann im Englischen durch unzählige Kombinationen dargestellt und zudem kurz oder lang gesprochen werden. Kurz: foot, put, could. Lang: lose, tune, soon, food.
  • Identische Schrift, andere Aussprache: Das Wort read wird im Präsens „ried“ (lesen) gesprochen, in der Vergangenheitsform jedoch „red“ (gelesen). Das Wort live unterscheidet sich je nach Kontext in der Aussprache von „liw“ (leben) bis „lajw“ (lebend).

Ohne eine feste Strategie flüchten sich betroffene Kinder beim Schreiben englischer Wörter schnell in fehlerhaftes Raten oder schreiben rein phonetisch (z. B. „titscher“ statt teacher).

Der Domino-Effekt: Wenn Englisch die Muttersprache zusätzlich verwirrt

Trifft die unvorhersehbare englische Orthografie auf ein ohnehin instabiles Fundament im Deutschen, kann das schwerwiegende Folgen haben: Die neuen, völlig anderen Regeln der Fremdsprache verwirren das Kind oft vollends.

So kennt das Deutsche beispielsweise das häufige Dehnungs-h, welches im Englischen überhaupt nicht existiert. Beginnt das Kind nun, die orthografischen Muster der Sprachen unstrukturiert zu vermischen, gerät das Gehirn unter extremen Stress. Die Folge: Die Fehlerhäufigkeit nimmt nicht nur im Englischen, sondern plötzlich auch im Deutschunterricht wieder massiv zu.

Wenn das Üben zu Hause und das sture Auswendiglernen von Vokabeln keine Besserung bringen, greifen viele Eltern zu klassischer Nachhilfe. Bei einer LRS ist dieser Ansatz jedoch zum Scheitern verurteilt. Nachhilfe arbeitet reaktiv den aktuellen Schulstoff der letzten Schulwoche auf. Sie füllt jedoch nicht die tiefliegenden, strukturellen Lücken im Schriftsystem auf, die schon seit der Grundschulzeit bestehen.

Die pädagogische Förderung im LOS
Eine echte pädagogische Förderung packt das Problem an der Wurzel. Bevor eine gezielte Förderung im Fach Englisch greifen kann, muss das grundlegende Verständnis für den systematischen Aufbau von Schriftsprache stabilisiert werden.

Im LOS unterrichten erfahrene Förderpädagogen nach wissenschaftlich erprobten Methoden in Kleingruppen. Anhand einer fundierten Lernstandsanalyse spulen wir exakt an den Punkt zurück, an dem Ihr Kind das System der Sprache aus den Augen verloren hat. Durch kleinschrittige, aufeinander aufbauende Lernschritte lernt das Kind, die Gesetzmäßigkeiten der Schriftsprache dauerhaft zu automatisieren – sowohl im Deutschen als auch im Englischen.


Häufige Fragen (FAQ)

Weitere Infos zu LRS und Englisch

Warum hat mein Kind Probleme in Englisch?

Englischprobleme bei Kindern resultieren häufig nicht aus der Fremdsprache selbst, sondern aus nicht vollzogenen Lernschritten in der Muttersprache. Wer grundlegende Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben auf Deutsch hat, wird diese Probleme in der Fremdsprache noch deutlicher spüren – denn Englisch ist eine der am wenigsten lautgetreuen Sprachen überhaupt.

Warum ist Englisch für Kinder mit LRS besonders schwer?

Das englische Alphabet hat nur 26 Buchstaben, aber ca. 44 verschiedene Laute. Ein und derselbe Laut kann durch viele verschiedene Buchstabenkombinationen geschrieben werden (z. B. great, straight, face, pain, eight, they, pray – alle mit demselben Vokal). Für Kinder mit LRS, die ohnehin Probleme mit dem Wortbildgedächtnis haben, ist diese Vielfalt eine besonders große Hürde.

Gibt es eine Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) auch speziell in Englisch – und wie erkennt man sie?

Ja, eine Lese-Rechtschreib-Schwäche wirkt sich im Englischen oft sogar noch drastischer aus als im Fach Deutsch. Da im Englischen ein und derselbe Laut auf unzählige Arten geschrieben werden kann, flüchten sich betroffene Kinder oft in reines, fehlerhaftes Raten beim Schreiben. Typische Anzeichen sind, dass Wörter rein phonetisch geschrieben werden (z. B. „titscher“ statt teacher) oder vertraute Wörter in ein und demselben Text jedes Mal anders falsch geschrieben werden. Das LOS nutzt strukturierte, entwicklungslogische Lernschritte, um dem Kind zu zeigen, wie es die orthografischen Besonderheiten des Englischen entschlüsselt.

Mein Kind lernt fleißig Vokabeln, schreibt aber in den Englischarbeiten trotzdem nur Fünfen. Woran liegt das?

Dieses Phänomen liegt im Englischen fast nie an mangelndem Fleiß. Wenn ein Kind bereits in Deutsch Probleme hat, Laute den richtigen Buchstaben zuzuordnen, gerät das Gehirn im Englischen unter extremen Stress. Reine Vokabel-Apps verschlimmern das Problem oft, weil sie das Wort nur visuell oder auditiv abfragen, aber die orthografische Struktur nicht festigen. Im LOS prüfen wir vorab, ob die grundlegende schriftsprachliche Verarbeitungskompetenz blockiert ist, und helfen dem Kind, Gesetzmäßigkeiten der Schriftsprache generell zu verstehen, damit auch die englischen Vokabeln greifen.

Hilft normale Nachhilfe, wenn mein Kind in der 5./6. Klasse im Fach Englisch komplett den Anschluss verliert?

Klassische Nachhilfe läuft dem aktuellen Schulstoff meistens nur reaktiv hinterher. Wenn Ihr Kind in Englisch den Anschluss verloren hat, hilft es nicht, stundenlang die Texte der aktuellen Unit durchzukauen. Das Problem liegt fast immer in den nicht automatisierten Grundlagen der ersten Monate des Englischunterrichts. Das LOS spult durch eine fundierte Lernstandsanalyse an den genauen Punkt zurück, an dem Ihr Kind das System der englischen Sprache aus den Augen verloren hat, um diese Lücken systematisch aufzufüllen.

Hilft Englisch-Nachhilfe bei LRS?

Nein. Englisch-Nachhilfe kann immer nur eine kurzfristige Hilfe sein – sie arbeitet den aktuellen Schulstoff auf, beseitigt aber nicht die eigentliche Ursache. Wenn die Englischprobleme auf einer unerkannten LRS basieren, muss zunächst die LRS therapiert werden. Erst dann kann eine gezielte Förderung in Englisch nachhaltig wirken.

Was soll ich zuerst tun – Englisch-Nachhilfe oder LRS-Test?

Immer zuerst den LRS-Test. Denn wenn eine unerkannte LRS die Ursache für die Englischprobleme ist, wird Nachhilfe keine dauerhafte Besserung bringen. Das LOS bietet den wissenschaftlich fundierten Online-Rechtschreibtest schreib.on kostenlos und unverbindlich an. Auf Basis der Ergebnisse wird ein individueller Förderplan für Deutsch und Englisch erstellt.

Mein Kind hat gute Noten in Deutsch, aber schlechte in Englisch – kann trotzdem eine LRS vorliegen?

Ja – das ist möglich. Die Deutschnote spiegelt nicht immer die tatsächliche Lese- und Rechtschreibkompetenz wider, da auch mündliche Leistungen, Referate und Aufsatzinhalte bewertet werden. Gleichzeitig treten LRS-Symptome in der englischen Sprache oft deutlicher zutage, weil Englisch weniger lautgetreu ist als Deutsch. Ein LRS-Test schafft Klarheit.

Kann mein Kind im LOS gefördert werden, wenn es nur Probleme in Englisch hat?

Ja. Das LOS fördert Kinder mit Defiziten in Englisch – unabhängig davon, ob diese nur in Englisch oder auch in Deutsch auftreten. Auch wenn ein Kind in Deutsch gute Leistungen erbringt, aber in Englisch Schwierigkeiten hat, werden die Defizite kleinschrittig aufgearbeitet.

Wie unterscheidet sich die LOS-Förderung von Englisch-Nachhilfe?

Nachhilfe wiederholt den aktuellen Schulstoff reaktiv. Die LOS-Förderung beginnt mit einer fundierten Diagnose (schreib.on), identifiziert die eigentlichen Lücken und arbeitet diese systematisch und kleinschrittig auf. Laut einer unabhängigen Studie verbessern sich im LOS geförderte Kinder doppelt so schnell wie normal geförderte Schüler.


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Herausgeber & Qualitätssicherung:
Dieser Ratgeber wurde von der LOS-Fachredaktion erstellt. Um die höchste fachliche und wissenschaftliche Qualität zu garantieren, werden alle Inhalte von der pädagogischen Arbeitsgruppe entwickelt und in enger Abstimmung mit dem Wissenschaftlichen Beirat des LOS-Verbundes sowie dem Vorstand geprüft und freigegeben.
Zuletzt fachlich aktualisiert am:11.09.2026