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ADHS-Symptome

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Symptome bei ADHS

Andauernde Verhaltensänderungen

Kinder und Jugendliche mit ADHS weisen einige typische Verhaltensweisen beziehungsweise Symptome auf. Sie haben Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren, sind unruhig oder zurückgezogen und ihr Umgang mit anderen Menschen ist oft auffällig. In bestimmten Lebensabschnitten können alle Kinder und Jugendlichen solche Verhaltensweisen zeigen. Bei ADHS-Kindern sind sie jedoch viel ausgeprägter und treten in Kombination auf. Es sind keine normalen Verhaltensweisen mehr, sondern eine Störung. Oft tritt ADHS zusammen mit Schwierigkeiten im Lesen und Schreiben auf, die gesondert therapiert werden müssen.

Hauptproblem beim Lernen: Konzentrationsprobleme aufgrund von ADHS

Ablenkungen vermeiden

Besonders wird das Lernen bei Kindern mit ADHS durch Konzentrationsprobleme beeinträchtigt. Sie können sich schlecht auf eine Sache konzentrieren, vor allem wenn sie das über längere Zeit tun sollen und sich nicht für den Inhalt interessieren. Es fällt ihnen schwer, ihre Gedanken zu ordnen. Texte sinnentnehmend zu lesen ist für sie eine schwere Aufgabe, weil sie keinen roten Faden erkennen können. Außerdem vergessen sie Gelerntes schnell wieder. Erschwerend kommt hinzu, dass sich ADHS-Kinder leicht ablenken lassen. Diese Symptome beeinträchtigen Kinder und Jugendliche mit ADHS massiv, sodass ihre Leistungen in der Schule darunter stark leiden können. Immer wieder verpassen beziehungsweise vergessen sie Unterrichtsinhalte, die für das Verständnis des weiteren Stoffes notwendig sind.

Wenn auch das Üben zu Hause nicht den gewünschten Effekt erzielt, wissen Eltern oft nicht mehr weiter. Folgender Hinweis kann das Arbeiten zu Hause, zum Beispiel das Erledigen der Hausaufgaben, bereits erleichtern: Für Kinder mit ADHS sind Ordnung und eine klare Struktur sehr wichtig. Der Blick aus dem Fenster kann bereits ausreichen, um ein ADHS-Kind lange beim Arbeiten zu unterbrechen. Der Schreibtisch sollte bei Kindern mit ADHS-Symptomen deshalb nicht zum Fenster gerichtet sein, auch wenn das aufgrund der Lichtverhältnisse und der Aussicht positiv erscheinen mag. Spielzeug, Comics oder das Smartphone sollten beim Arbeiten ebenfalls nicht im Blickfeld liegen. Der Arbeitsplatz sollte unbedingt aufgeräumt sein.

Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten: Folge oder Ursache von ADHS?

LRS-Problematik aufgrund von Konzentrationsproblemen

Dass Probleme beim Lesen und Schreiben häufig zusammen mit ADHS und ADS auftreten, ist erwiesen. "Hat mein Kind nun auch noch LRS?", fragen sich deshalb viele Eltern.

Wenn die Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten durch die ADHS-bedingte Störung der Konzentration entstanden sind, können sie durchaus als mögliche Symptome von ADHS betrachtet werden. Denn aufgrund ihrer ADHS-Symptome vollziehen betroffene Kinder die Lernschritte des Schriftspracherwerbs nicht richtig, was in der Schule nicht nur im Deutschunterricht zu großen Problemen beim Lesen und Schreiben führt. Selbst wenn die ADHS professionell von Fachleuten behandelt wird, lassen sich die Lese-Rechtschreib-Probleme dadurch nicht in den Griff bekommen, sondern bedürfen einer eigenen, pädagogischen Therapie.

LRS statt ADHS

LRS-Therapie gegen ADHS-Symptome

Oft sind die Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten aber sogar die Ursache für die auffälligen Verhaltensweisen, die von Eltern dann fälschlicherweise für Symptome von ADHS gehalten werden. Wenn ein ADHS-Kind also Probleme im Lesen und Schreiben entwickelt, sollte in jedem Fall eine professionelle Diagnose der Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten erfolgen und die LRS oder Legasthenie mit einer pädagogischen Förderung therapiert werden. Oft verschwinden mit der LRS sogar die vermeintliche „ADHS“ und ihre Symptome.

In anderen Fällen wird den betroffenen Kindern durch die pädagogische Förderung zumindest das Lernen in der Schule erleichtert und durch die verbesserten Lese- und Rechtschreibkenntnisse eine positive Perspektive eröffnet. Betroffenen muss hier unbedingt geholfen werden, denn Kinder mit ADHS haben es schwer genug, sodass eine zusätzlich auftretende LRS eine große Belastung für sie ist.

In den LOS sorgen erfahrene Pädagogen und speziell entwickelte Materialien für eine klare Unterrichtsstruktur. Kinder können hier in einem geschützten Rahmen Strategien erlernen, mit denen sie den Alltag in der Schule bewältigen können. Das kommt auch Kindern mit ADHS zugute, egal ob die LRS nun Folge oder Ursache von ADHS ist. 

ADHS: Hyperaktivität und Impulsivität

Eingeschränkte Impulskontrolle

Kinder mit ADHS sind in den meisten Fällen hyperaktiv und leiden an einer inneren Unruhe. Sie haben einen ausgeprägten Bewegungsdrang und können nur unter großer Mühe und für kurze Zeit still sitzen. Überhaupt haben Kinder mit ADHS nur wenig Kontrolle über ihr Verhalten und es können plötzliche Stimmungswechsel auftreten. Die Reaktionen von Kindern mit ADHS erscheinen oft übertrieben und insbesondere Misserfolge können zu aggressivem Verhalten oder anderen Gefühlsausbrüchen führen. Ihr Handeln wird maßgeblich von Emotionen bestimmt, wodurch sie sehr impulsiv sind.

Infolge ihrer Hyperaktivität und ihrer Impulsivität kommt es nicht selten zu Problemen mit ihren Altersgenossen. Auch Erwachsenen gegenüber verhalten sich ADHS-Kinder und -Jugendliche oft auffällig.

Stille Träumer mit Konzentrationsproblemen

Während Kinder mit ADHS in Schule und Elternhaus auffallen, sind Kinder mit ADS, dem reinen Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom, eher still. Wenn man ADHS als "Zappelphilipp-Syndrom“ bezeichnet, trifft auf Kinder mit ADS eher "Hans-guck-in-die-Luft" als Beschreibung zu. Sie sind still, zurückgezogen, wirken schüchtern und verträumt. Auch von ADS Betroffene haben mit Symptomen wie ausgeprägten Konzentrationsproblemen und LRS zu kämpfen, allerdings liegt bei ihnen keine Hyperaktivität beziehungsweise Impulsivität vor.

Sie verhalten sich so unauffällig, dass ihre Probleme oft auch in der Schule nicht erkannt werden und es häufig lange dauert, bis es zu einer Diagnose kommt. Auch bei Kindern mit ADS gilt, dass ihre Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten sowohl Ursache als auch Folge von ADS sein können. Wegen ihrer LRS benötigen sie in jedem Fall professionelle Förderung. Nur so lernen sie, richtig zu lesen und zu schreiben und gewinnen ihr Selbstbewusstsein zurück. Für Lehrer und Eltern ist es wichtig, dass sie psychische und schulische Probleme stiller Schüler erkennen. Auch wenn der Leidensdruck der Betroffenen sich Erwachsenen hier nicht so deutlich zeigt wie bei ADHS-Anzeichen, verdienen die Kinder eine umfassende Therapie – sowohl die ihrer ADS als auch die ihrer LRS.