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ADHS-Anzeichen

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Anzeichen für ADHS

Auffälligkeiten im Verhalten

Grundsätzlich sind ADHS-Betroffene Kinder und Jugendliche wie andere auch. Aber ihr Alltag ist durch die ADHS schwerer zu bewältigen als für ihre Altersgenossen. Das macht sich in bestimmten Verhaltensweisen bemerkbar. "Dein Kind macht alle nervös!", "Dein Kind ist vorlaut!" oder "Hat dein Kind keine Erziehung?" sind nur drei Beispiele für Aussagen, die Eltern von ADHS-Kindern hin und wieder zu hören bekommen. Außenstehende Erwachsene und Eltern von Kindern, die nicht von ADHS betroffen sind, können das Verhalten von ADHS-Kindern meist nicht richtig deuten und nachvollziehen. Sie wissen nicht, dass sich in diesem Verhalten des Kindes ADHS-Symptome äußern.

Auch für betroffene Eltern ist es schwer, zwischen den ADHS-Symptomen und altersgemäßem Verhalten zu unterscheiden beziehungsweise die ADHS überhaupt zu erkennen. Das ist allerdings wichtig, um angemessen reagieren zu können.

ADHS: "Zappelphilipp" oder "Hans-Guck-in-die-Luft"?

Schwierigkeiten bei der Reizverarbeitung

Inzwischen ist ADHS umgangssprachlich als "Zappelphilipp-Syndrom“ bekannt. Damit wird ausgedrückt, dass Kinder und Jugendliche mit ADHS oft innerlich und äußerlich unruhig sind, viel zappeln und überhaupt einen ausgeprägten Bewegungsdrang haben.

Ihr Verhalten ist von Impulsivität und Hyperaktivität geprägt. Scheinbar unbedeutende Reize von außen können zu Reaktionen führen, die Außenstehende nicht nachvollziehen können. Auch plötzliche Stimmungsschwankungen sind bei ADHS verbreitet. Sich zu konzentrieren fällt Betroffenen schwer. In der Schule führt ADHS vor allem durch die Impulsivität und Hyperaktivität zu häufigen Unterrichtsstörungen, die so schwerwiegend sein können, dass sogar Klassenkameraden davon genervt sind und das Verhältnis zum Betroffenen darunter leidet. Generell ist der Umgang mit ADHS-Kindern nicht einfach, weil ihr Verhalten gegenüber Altersgenossen und Erwachsenen oft auffällig ist. Es kann passieren, dass sie deshalb von anderen Kindern sozial isoliert werden. 

Kinder mit ADHS fallen in der Regel leichter auf als Kinder mit ADS. Auch sie leiden an Konzentrationsproblemen, zeigen jedoch keine Hyperaktivität. Im Gegenteil sind sie eher stille Träumer. Sie sind zurückgezogen, ruhig, wirken schüchtern und unsicher. Sie können stundenlang aus dem Fenster blicken und wirken häufig gedankenverloren. Sie sind das Gegenteil des "Zappelphilipp" und lassen sich eher als "Hans-guck-in-die-Luft" beschreiben. Eltern und Lehrer sollten auch bei besonders stillen Schülern aufmerksam werden. 

Wann liegt eine ADHS vor?

Anhaltende Konzentrationsprobleme

Wenn Eltern die oben beschriebenen Symptome an ihrem Kind wahrnehmen, deutet das auf eine ADHS hin. Wichtig ist, dass Eltern ihr Kind über einen längeren Zeitraum genau beobachten. Treten die Symptome zum Beispiel während einer oder zwei Wochen auf, kann es sein, dass es gerade eine schwierige Phase durchmacht. Nicht jede Stimmungsschwankung ist gleich eine ADHS. Halten die Symptome jedoch für längere Zeit an, ist das ein deutlicher Hinweis darauf, dass eine solche Störung vorliegt.

Die Unterschiede zwischen Kindern mit ADS und solchen mit ADHS sind bereits deutlich geworden. Gleichzeitig weisen Betroffene aber auch viele gemeinsame Symptome auf: Sie können sich nur schwer auf eine Sache konzentrieren, erst recht wenn sie diese nicht interessiert. Mühsam Gelerntes vergessen sie oft schnell wieder. Außerdem lassen Betroffene sich leicht vom Arbeiten ablenken. Auch Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten gehören zu den typischen Symptomen bei Störungen der Aufmerksamkeit mit oder ohne Hyperaktivität.

Bei ADHS und ADS sehr häufig: Lese-Rechtschreib-Schwäche

Lese- und Rechtschreibprobleme erkennen

Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben sind sowohl bei Kindern mit ADS als auch bei Kindern mit ADHS sehr verbreitet. Die Ursache dafür sind vor allem die Konzentrationsprobleme. Durch sie verpassen betroffene Kinder bestimmte Lernschritte des Schriftspracherwerbs und können schließlich nicht richtig lesen und schreiben. Sie machen viele Rechtschreibfehler, lesen langsam, stockend und fehlerhaft. 

Umgekehrt können Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten auch die Ursache für die vermeintlichen ADS- und ADHS-Anzeichen sein. Versagens- und Schulangst durch die ständige Konfrontation mit den eigenen Defiziten führt oft zu mangelndem Selbstbewusstsein. Einige Kinder kompensieren das durch aggressives und besonders lautes Verhalten, andere plagen Selbstzweifel und sie ziehen sich zurück. Eine LRS kann zu regelrechten psychischen Störungen führen. Insofern können die Symptome einer LRS durchaus als die von ADHS oder ADS fehlgedeutet werden. Mit einer wirksamen Therapie der LRS verschwinden dann oft auch die Symptome der vermeintlichen Aufmerksamkeitsstörung.

Was tun bei ADHS und Lese-Rechtschreib-Schwäche?

Förderung bei LRS unerlässlich

Unabhängig davon, ob die LRS im Einzelfall Symptom oder Ursache von ADHS beziehungsweise ADS ist: Probleme beim Lesen und Schreiben müssen unbedingt möglichst schnell behandelt werden. Ansonsten haben Kinder und Jugendliche bis ins Erwachsenenalter mit den Schwierigkeiten zu kämpfen und sind in ihrem schulischen und beruflichen Fortkommen stark eingeschränkt. Erwachsenen fällt eine LRS-Therapie zudem schwerer als Kindern. Deshalb sollten Eltern keine Zeit verlieren und parallel zur medizinischen Diagnose der ADS oder ADHS pädagogische Fachleute für Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten aufsuchen. Je früher mit einer Behandlung begonnen wird, desto besser ist es. 

Um zu ermitteln, ob Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten vorliegen, sollten die Leistungen des Betroffenen im Lesen und Schreiben kompetent ermittelt und  gegebenenfalls eine wirksame pädagogische Förderung angeschlossen werden. Eine Verhaltenstherapie und spezielle, vom Arzt verordnete Mittel, die gegen ADHS zum Einsatz kommen, können Lese-Rechtschreib-Probleme nicht beseitigen. Verschwindet die LRS, ist das auf jeden Fall eine große Erleichterung für die betroffenen Kinder, die ihnen zudem auch später als Erwachsene noch zugutekommen wird. 

Wenn Eltern den Verdacht haben, dass ihr Kind zusätzlich zu den Verhaltensauffälligkeiten und Konzentrationsproblemen auch noch Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten hat, sollten sie dies möglichst zeitnah überprüfen lassen. Mit LOS haben sie einen kompetenten Ansprechpartner, der den aktuellen Leistungsstand ermittelt und nicht vollzogene Lernschritte beim Schriftspracherwerb mit dem Kind systematisch aufarbeitet.