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LRS und Englisch


 

 

Englisch lernen trotz LRS

Fremdsprachen haben in der heutigen Zeit eine große Bedeutung. Um mindestens einen mittleren Bildungsabschluss erlangen zu können, ist es beispielsweise notwendig, ein Mindestmaß an Englischkenntnissen in Wort und Schrift nachzuweisen. Oft ist Englisch in der Schule die erste oder zumindest die zweite Fremdsprache, die junge Menschen lernen. Den Kindern und Jugendlichen, die bereits mit dem Lesen und Schreiben in der eigenen Muttersprache nicht zurechtkommen, werden Fremdsprachen wie Englisch erst recht Probleme bereiten. Kinder und Jugendliche mit LRS oder Legasthenie brauchen beim Erlernen von Fremdsprachen also besondere Unterstützung – ebenso wie die jungen Menschen, die sich nur mit dem Englischen schwertun.

Fremdsprache English lernen trotz LRS

Das Englische weist einige Besonderheiten auf, die es Kindern mit einer Lese-Rechtschreib-Störung oder mit Legasthenie zusätzlich erschweren, Englisch zu lernen. Wer an einer LRS leidet, hat bestimmte Phasen des Schriftspracherwerbs nicht oder nicht vollständig durchlaufen und hat deshalb Probleme mit der Laut-Buchstaben-Zuordnung. Genau in diesem Bereich sind Fremdsprachen eine Herausforderung, nicht nur für Legastheniker, sondern auch für alle anderen, die eine Fremdsprache lernen möchten.

In Fremdsprachen begegnet den jungen Menschen nicht nur eine neue Sprache, sondern ein System mit einer komplett neuen Laut-Buchstaben-Zuordnung. Laute und Wörter werden teilweise ganz anders geschrieben, als sie gesprochen werden beziehungsweise als Kinder und Jugendliche es aus ihrer Muttersprache kennen. Auch Schülern, die nicht vom Thema LRS betroffen sind, kann das Lernen von Vokabeln, Grammatik und Ausspracheregeln deshalb Probleme bereiten. Allein oder nur mit Hilfe einer herkömmlichen Nachhilfe können sie die Problematik meist nicht überwinden. Sie sollten eine Förderung im LOS aufsuchen, die diese Schwierigkeiten durch gezieltes Training verringert, im Idealfall sogar komplett beseitigt.

Laut-Buchstaben-Zuordnung sorgt für Schwierigkeiten

Wenn die Laut-Buchstaben-Zuordnung (auch "Laut-Zeichen-Zuordnung") hingegen bereits bei Wörtern in der Muttersprache Schwierigkeiten bereitet, ist die Wahrscheinlichkeit, dass junge Menschen Probleme in der Fremdsprache bekommen, noch viel höher. Es ist sogar möglich, dass das Erlernen einer Fremdsprache die Schwierigkeiten in der Muttersprache verstärkt, weil Betroffene dann vollends verwirrt sind, was beispielsweise die Rechtschreibregeln betrifft. Eine isolierte "Fremdsprachen-LRS" gibt es hingegen nicht. Lese-Rechtschreib-Schwäche wirkt sich auf alle Sprachen aus, die ein junger Mensch erlernt. Dass es sich um eine auf die Fremdsprache beschränkte LRS handeln kann, ist ebenso ein Trugschluss wie viele Diagnosen von Rechenschwäche, der häufig schlicht eine mangelnde (mathematische) Lesekompetenz zugrunde liegt. 

Eltern eines LRS-Kindes können beobachten, dass der junge Mensch nicht nur im Deutschen viele Wörter falsch schreibt, sondern auch beim Lesen, Schreiben oder Abschreiben englischer oder französischer Vokabeln viele Fehler macht. Oft haben betroffene Kinder deshalb keinen Spaß an der Fremdsprache.

Besonderheiten der englischen Sprache

Die oben beschriebenen Probleme beim Erlernen von Fremdsprachen für Schüler mit und ohne LRS sind im Fach Englisch ganz besonders ausgeprägt. Das liegt unter anderem daran, dass das Englische eine der am wenigsten lautgetreuen Sprachen ist. Vor allem dann, wenn die gleichen lautlichen Phänomene in beiden Sprachen vorkommen, in der Schriftsprache aber unterschiedlich umgesetzt werden, müssen Schüler große Anstrengungen vollbringen, um die Regeln beider Sprachen voneinander zu unterscheiden.

So kennen das Englische und das Deutsche auch gleichermaßen kurze und lange Vokale. Im Deutschen werden beide aber ganz anders verschriftet als im Englischen. So gibt es zum Beispiel das im Deutschen häufig vorkommende Dehnungs-h im Englischen überhaupt nicht. Gerade junge Menschen mit LRS oder Legasthenie führen solche Phänomene in die Irre und bereiten ihnen besondere Schwierigkeiten. Beim Lesen und Schreiben englischer Vokabeln entstehen dadurch viele Fehler. 

Der deutsche Laut „u“ beispielsweise kann im Englischen gleich durch mehrere Buchstabenkombinationen dargestellt und dabei auch noch kurz oder lang gesprochen werden. Kurz: „foot“, „put“, „could“. Lang: „lose“, „tune“, „soon“ oder auch „food“.

Förderung bei Problemen mit Englisch

Wie bei Schwierigkeiten im Deutschen gilt auch bei der Suche nach Unterstützung bei Schwierigkeiten in Englisch: Echte Förderung ist der einfachen Nachhilfe in jedem Fall vorzuziehen. Bei Lese-Rechtschreib-Problemen in Englisch, Deutsch oder beiden Fächern muss systematisch vorgegangen werden. Die Schreibung und Aussprache englischer Wörter muss intensiv trainiert und nicht vollzogene Lernschritte im Schriftspracherwerb müssen kleinschrittig nachgeholt werden.

Unabhängig davon, ob ein Kind lediglich Probleme mit Englisch oder mit Deutsch und Englisch gleichzeitig hat, ist es sinnvoll, dass Eltern ein Förderinstitut auswählen, das Förderung in beiden Fächern anbietet. Hier kann am besten ermittelt werden, ob den Problemen des Kindes bisher unentdeckte Defizite beim Gebrauch der Schriftsprache zugrunde liegen. Diese müssen unbedingt vor oder neben einer Englischförderung nachgeholt werden, damit diese die gewünschte Wirkung entfaltet. In den LOS wird Lese-Rechtschreib-Schwäche mit ihren Auswirkungen auf sämtliche Fächer therapiert. Für das Englische bieten die LOS wegen seiner vielen Tücken eine spezielle Förderung an. 

Um herauszufinden, ob die Schwierigkeiten mit der englischen Sprache auf grundlegende Defizite beim Schriftspracherwerb zurückzuführen sind, steht am Anfang einer Förderung im LOS der wissenschaftlich fundierte Online-Rechtschreibtest schreib.on, mit dem die Lese- und Rechtschreibfähigkeiten unterschiedlicher Altersklassen ermittelt werden können. Denn eine wirksame individuelle Therapie ist nur möglich, wenn zuvor eine gewissenhafte Diagnose stattgefunden hat.