Auch Erwachsene können gut lesen und richtig schreiben lernen

7,5 Millionen Erwachsene in Deutschland sind funktionale Analphabeten, das heißt, sie können nicht mal einfache Texte lesen oder gar schreiben. Diese erschreckende Zahl stammt aus der LEO-Studie, die 2012 veröffentlicht wurde. Kann man diesen Menschen überhaupt noch helfen, eine ausreichende schriftliche Sprachkompetenz zu erwerben? Die Antwort ist: „Ja!“
Mit der nötigen Motivation zeigt auch bei Jugendlichen und jungen Erwachsene eine gezielte Lese- und Rechtschreibförderung Wirkung.
Das LOS hilft jungen Erwachsenen, ihre Lese-/Rechtschreibkenntnisse soweit zu verbessern, dass ein Eintritt ins Berufsleben und die Erreichung eines Berufsabschlusses möglich sind. Generell gilt, je eher man mit der Förderung beginnt, umso größer sind die Erfolgsaussichten und umso schneller erreicht man das Lernziel.

Fehlende Sprachkompetenz gefährdet die Ausbildung junger Erwachsener

Die Beherrschung der deutschen Sprache in Wort und Schrift ist wichtig für die Zukunft eines jungen Menschen. Früher konnten diejenigen, die damit Schwierigkeiten hatten, noch auf einen eher handwerklichen Beruf ausweichen. Heute sind fast an jedem Arbeitsplatz Fähigkeiten im Lesen und Schreiben gefragt. Die Nutzung des Internets ist ohne korrektes Lesen und Schreiben praktisch undenkbar.

Ursachen für Sprachkompetenzdefizite bei jungen Erwachsenen

Es gibt aber nicht wenige junge Menschen, die die Fertigkeit zu lesen und zu schreiben in der Schule nicht im erforderlichen Maß erwerben. Diese Lernrückstände liegen vielfach in einer Lese-/Recht­schreib­schwäche begründet, die nicht erkannt oder bei der versäumt wurde, durch gezielte Fördermaßnahmen Entwicklungsverzögerungen zu kompensieren. Selbst viele junge Menschen, die einen Schulabschluss besitzen, haben noch keineswegs die Gewähr, dann auch die gewünschte Ausbildungsstelle zu erhalten. Bei deutlichen Lese- und Schreibdefiziten läuft der junge Mensch Gefahr, seine vorhandenen Begabungen beruflich nicht in angemessener Weise realisieren zu können und in der Bewerberkette ständig nach hinten durchgereicht zu werden.

Zuständigkeiten für Hilfe

Nach Schulabschluss fühlt sich meist für den Eintritt ins Berufsleben keine Instanz mehr für diese jungen Menschen zuständig. Für einen großen Teil der Schulabgänger gibt es keine Möglichkeit, nach der Schule die mangelhafte Sprachkompetenz so weiterzuentwickeln, dass sie eine gleiche Chance auf eine Lehrstelle oder eine Berufsausbildung haben wie ihre Mitbewerber. Die pädagogische Förderung im LOS hat zum Ziel, diesen jungen Menschen zu helfen, ihre Sprachkompetenz so zu verbessern, dass Chancengleichheit zu ihren Mitbewerbern hergestellt wird und sie ihre beruflichen Ziele erreichen.

Rechtschreibtests und bedarfsbezogene Förderung

Vor Beginn einer Förderung erfolgt auch bei jungen Erwachsenen ein altersgerechter Einstufungstest. Genauso wie bei Schülern ist bei jungen Erwachsenen die präzise Erfassung des Leistungsstandes wichtig. Viele junge Erwachsene haben trotz einer LRS einen bestimmten Stand der Lesefähigkeit und des Rechtschreibkönnens erreicht. Doch entscheidend ist, dass die erworbenen Kenntnisse für die anvisierten beruflichen Ziele hinreichend sind.
Das Testergebnis ist die Grundlage für die Einstufung in eine passende Kleingruppe. Stärker noch als bei Schülern muss die Förderung gezielt auf den tatsächlichen Bedarf zugeschnitten werden. Mit ihren Lehrmaterialien und Online-Förderprogrammen können die LOS ihre Förderung differenziert auf die Situation der jungen Erwachsenen abstimmen. Der Schwerpunkt der Förderung liegt in der Regel auf der systematischen Verbesserung der schriftlichen und mündlichen Sprachkompetenz.