Die Bedeutung des Lesens und Schreibens

Gut lesen und richtig schreiben zu können bildet die wichtigste Grundlage für die schulischen und beruflichen Erfolge und die persönlichen Lebenschancen unserer Kinder und Jugendlichen. Nur korrekt geschriebene Texte können gelesen und verstanden werden. Fehlende schriftliche und mündliche Sprachkompetenz gefährdet sowohl die schulische als auch die berufliche Ausbildung und somit den gesamten weiteren Lebensweg.

Sprache ist der Schlüssel zur Welt

Diejenigen, die nur geringe bildungssprachliche Fähigkeiten besitzen, also nur mühsam fachbezogene Texte lesen und verstehen, fehlerhaft schreiben, sich mündlich und schriftlich nur ungenügend verständigen können, haben erhebliche Schwierigkeiten, in der Schule, im Beruf und in der Gesellschaft ihren Platz zu finden.

Muss man heutzutage noch lernen, mit der Hand zu schreiben? Erledigt nicht alles der Computer? Muss man überhaupt noch mühsam all die komplizierten Rechtschreibregeln der deutschen oder der englischen Sprache lernen? Hat man für die Rechtschreibung nicht die Rechtschreibprogramme des Computers? Statt aus einem Buch kann man sich seine Informationen doch beim Fernsehen oder beim Hören von Audiodateien holen. So denken nicht wenige. Wer so denkt, unterliegt einem Irrtum.

Die Beherrschung der Sprache

Die Beherrschung der deutschen Sprache und mindestens einer Fremdsprache in Wort und Schrift ist notwendig und wird künftig noch an Bedeutung gewinnen. Heute sind fast an jedem Arbeitsplatz Fähigkeiten im Lesen und Schreiben Voraussetzung. Die Nutzung des Internets ist ohne korrektes Lesen und Schreiben undenkbar. Deshalb ist die Beherrschung des Lesens, ein sicheres Textverständnis, das richtige Schreiben und die Fähigkeit, sich mündlich und schriftlich ohne Probleme verständlich zu machen, auch für die Zukunft der heute Heranwachsenden unverzichtbar.

 

Selbst wenn der junge Mensch in seinem Beruf fast nichts mit der Hand schreiben muss, erfordert auch die Arbeit am Computer eine souveräne Sicherheit im Lesen und Verfassen von Texten. Der Computer eröffnet mehr Möglichkeiten der Kommunikation, so dass dem Lesen und Schreiben ein immer höherer Anteil an den vom Arbeitgeber geforderten Fähigkeiten zukommt.

Rechtschreibprogramme sind sicherlich eine gute Hilfe in Zweifelsfällen. Es muss keine LRS vorliegen, wenn sich ein Erwachsener während der Niederschrift eines Textes bei einem Wort oder bei einer Kommastelle unsicher ist. Für lese-/rechtschreibschwache Menschen jedoch ist die Fehlerkorrektur in der Textverarbeitung überhaupt keine Hilfe. Junge Menschen mit LRS sehen zwar das rot unterstrichene Wort, wissen jedoch nicht, wie die vielen Fehlerstellen korrigiert werden müssen. Der Computer macht schließlich nur Vorschläge.

 

Wissenswert!

In Deutschland gibt es 7,5 Millionen erwachsene funktionale Analphabeten. 20 Prozent davon sind zwischen 18 und 29 Jahre alt.