LRS-Therapie statt einfacher Nachhilfe

LRS-Therapie statt einfacher Nachhilfe

Eine wirksame LRS-Förderung orientiert sich an der individuellen Lernausgangslage der Schüler und nicht an den augenblicklich anstehenden Aufgabenstellungen der Schule. Sie berücksichtigt das geringere Lerntempo durch intensivere Übungsphasen. Das Training erfolgt langfristig und intensiv in leistungshomogenen Kleingruppen und wird von speziell ausgebildeten Pädagogen geführt.
Einfache Nachhilfe bringt keinen Erfolg bei jungen Menschen mit Defiziten im Lesen und Schreiben.
Eltern sollten auch misstrauisch werden, wenn Nachhilfeinstitute LRS-Therapie anbieten. Oft zeigt sich, dass unter diesem Namen nur eine Nachhilfe in Deutsch angeboten wird.

Was ist Nachhilfe?

Nachhilfe erklärt dem Schüler noch einmal den aktuellen Unterrichtsstoff, den er nicht verstanden oder versäumt hat. Nachhilfe steht immer in engem Zusammenhang mit den Inhalten des jeweiligen Faches der Schule (Deutsch, Mathematik usw.). Sie schließt im Prinzip unmittelbar an den schulischen Unterricht an und orientiert sich konsequenterweise am Lehrplan der Schule. Deshalb muss sich Nachhilfe auch nach dem schulischen Lerntempo und nach den inhaltlichen Vorgaben der Klassenarbeiten richten. Bei einer Nachhilfe ist kein wissenschaftlicher Eingangstest zur Erfassung der Lernausgangslage erforderlich. Sie muss bei ihrer Durchführung auch nicht auf wissenschaftlich erprobten Methoden und Materialien gründen und kann deshalb auch von Schülern oder Studenten anhand der Schulbücher erteilt werden.
Nachhilfe unterstützt das schulische Lernen und hat ihre volle Berechtigung, wenn es um das Nachholen oder Aufarbeiten von bestimmten Unterrichtsinhalten im Hinblick auf Klassenarbeiten und Zeugnisnoten geht. Nachhilfe muss eine Kurzzeithilfe bleiben.

Bei LRS bringt Nachhilfe keinen Erfolg

Lese-rechtschreibschwachen Schülern bringt diese enge Anbindung an den aktuellen schulischen Lernstoff dagegen nicht den erhofften Erfolg, da sich deren Problematik aus weiter zurückliegenden Entwicklungsdefiziten erklärt. Dem lese-rechtschreibschwachen jungen Menschen ist nicht geholfen, wenn man ihn dabei unterstützt, aktuelle Hausaufgaben zu erledigen oder einen Unterrichtsstoff zu verstehen. Aufgrund seiner Schwäche muss er sich unabhängig vom schulischen Lehrplan die nicht vollzogenen Lernschritte in Deutsch oder einer Fremdsprache in der zu ihm passenden Entwicklungsdynamik aneignen. Ziel ist dabei das selbstständige Bewältigen des Lesens und Schreibens. Die Möglichkeiten des jungen Menschen bestimmen also seinen Lehrplan und damit, wie die Förderung angelegt sein muss. In welchem Zeitraum das Ziel der LRS-Förderung erreicht ist, steht zu Beginn nicht fest. Zwischentests prüfen, wo der Schüler steht, wie der Entwicklungsprozess verläuft und welche Lernschritte noch ausstehen. Eine Förderung im Sinne einer pädagogischen Therapie ist demnach „ein kontinuierlich vollzogener Diagnose- und Therapieprozess“. Wirksamer Förderunterricht wird geführt von gut ausgebildeten Pädagogen mit Führungskraft und Expertenwissen.
Wenn Eltern vor der Frage stehen, wo ihrem Kind eine wirksame Hilfe zuteilwird, sollten sie auf den prinzipiellen Unterschied zwischen einer einfachen Nachhilfe und einer pädagogischen LRS-Therapie achten, sich genau über Ziele und Arbeitsweisen der betreffenden Personen oder Einrichtungen informieren und vor allem darauf achten, dass speziell ausgebildete Pädagogen die LRS-Therapie durchführen.